Über die Windnutzung
Warum Windenergie nutzen?Klimaschutz Kohlendioxid (CO2) ist hauptverantwortlich für den weltweiten Treibhauseffekt. Der Anteil der Stromproduktion an den CO2-Emissionen in Deutschland liegt bei rund ein Drittel der Gesamtemissionen. Durch Windstrom lässt sich ein Großteil der von der Bundesregierung angestrebten Klimaschutzziele erreichen. 2002 hat die Windenergie bereits mit 3,5 Prozent zur Vermeidung von CO2 beigetragen, im Jahr 2005 waren es über fünf Prozent und bis 2025 ca. 25 Prozent sein.1, 5, 13, 22
Wieviel Strom erzeugt eine Windenergieanlage? Wieviele
Arbeitsplätze schafft die Windenergie? Die
Windenergie, die im Jahr 2002 rund dreieinhalb Prozent zur nationalen
Stromerzeugung beisteuerte, beschäftigt bereits heute mehr als 35
000 Menschen. In der Atomwirtschaft, deren Reaktoren im gleichen Jahr
rund 31 Prozent des bundesdeutschen Strombedarfs deckten, arbeiten rund
40 000 Beschäftigte die Windkraft hat einen zehnfach höheren
Arbeitsplatzeffekt als die Atomkraft. Eine Wertschöpfung, welche
auch in der globalisierten Welt von heute vor allem regionale Früchte
trägt. Nach Schätzung der IG Metall und des Verbandes Deutscher
Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ist in Folge des Gesetzes für den
Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) bundesweit mit rund 100.000 neuen
Arbeitsplätzen zu rechnen. Eine Verdreifachung der regenerativen
Energien in Europa besitzt ein Potenzial von zwei Millionen zusätzlichen
Arbeitsplätzen. In Dänemark ist die Windenergie-Industrie die
drittgrößte Exportbranche, sie liegt noch vor der traditionellen
Fischerei-Industrie.1, 12, 13, 15, 25, 43 Energiebilanzen
von Kraftwerken Mit einer Windkraft-Anlage lässt sich während der 20jährigen Nutzungszeit rund 30 bis 82 mal soviel Energie gewinnen wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung verbraucht wird. Bei konventionellen Kraftwerken beträgt dieser »Erntefaktor« nur 0,3 bis 0,4, da während des Betriebs ständig Energie in Form von Rohstoffen zugeführt werden muss. An einem guten Standort kann eine Windturbine schon in knapp zwei Monaten die für Herstellung, Betrieb und Entsorgung verbrauchte Energie wieder erzeugen. Nicht zu vergessen: Am Ende der Betriebszeit ist die Anlage einfach abzubauen und wieder/oder weiterzuverwenden.11, 23, 24 Der Einsatz erneuerbarer Energien und intensive Energiesparmaßnahmen müssen sich ergänzen. Jede eingesparte Kilowattstunde konventioneller Energie muss erst gar nicht durch regenerative Energien ersetzt werden. Energieeinsparung ist daher ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende. Das Potenzial der Einsparmaßnahmen in Deutschland liegt bei rund einem Drittel des heutigen Verbrauches. Alleine durch die Stand-by-Funktion in elektrischen Geräten werden in Deutschland jährlich über zwanzig Milliarden Kilowattstunden verschwendet das entspricht der gesamten Stromproduktion der vier ältesten deutschen Atomkraftwerke. Das Energieeinsparpotenzial insgesamt ist gigantisch. Europaweit sind alleine in der Industrie 15 Prozent möglich. Weitere 35 Prozent finden sich in den Haushalten und sogar 50 Prozent im Verkehr. Damit würden in den nächsten 20 Jahren rund 690 Mrd. DM an Energieimporten vermeidbar. 29, 55, 57, 60 Unter Externen (sozialen) Kosten versteht man die Kosten, welche nicht in die betriebswirtschaftliche Preisberechnung einfließen, sondern von der Allgemeinheit getragen werden. Ein Ausgleich durch die Verursacher erfolgt nicht. Bezogen auf den Energiesektor gehören hierzu unter anderem Tankerhavarien, Säuberung verstrahlter und verschmutzter Gebiete und politische sowie militärische Sicherung der Zugänge zu den Rohstoffen. Diese Kosten, welche nur bei der Versorgung mit fossilen Energien entstehen, sind großenteils nur schwer zu quantifizieren und fließen bislang nicht in die Preise der konventionellen Stromerzeugung ein. Würden sie jedoch berücksichtigt, verteuerte sich die Stromerzeugung bei Kohle und Atomkraft um 2,4 bis 19,9 Cent/kWh. Derzeit zahlt die Allgemeinheit diese ökologischen und politischen Folgekosten mit ihren Steuergeldern. Durch die Nutzung regenerativer Energien werden Schadstoffträchtige Brennstoffe und daraus resultierende Umwelt- und Gesundheitsschäden sowie Import-Abhängigkeiten bei Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran vermieden. Jede eingespeiste Kilowattstunde aus erneuerbaren Energien hat also einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen. Die erneuerbare Energiegewinnung bräuchte den vielbeschworenen Wettbewerb nicht zu fürchten, würden die Strompreise der ökologischen Wahrheit entsprechen. Bei einer korrekten volkswirtschaftlichen Gesamtbetrachtung auch unter Einbeziehung der externen Kosten ist die Windkraft neben der Wasserkraft schon heute die ökonomisch und ökologisch effektivste Stromquelle.13, 26, 37, 38 Die Zukunftsenergien Sonne, Wasser, Wind, Biomasse und Erdwärme sind technisch leicht beherrschbar und erfordern im Gegensatz zur Atomkraft weder heute noch in Zukunft eine Missbrauchskontrolle. Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie setzt Deutschland als viertgrößte Industrienation positive Signale. Der Einstieg in die Nutzung regenerativer Ressourcen wird zu einer höheren Akzeptanz und damit zu einer weltweit forcierten Verbreitung der Nutzung erneuerbarer Energien führen. Diese Entwicklung ist über den Klimaschutz hinaus ein wirkungsvoller Beitrag für den internationalen Frieden und die Verbesserung der Lebensqualität weltweit.55
Windkraftanlagen
Betreiber erhalten seit 01.01.2002 gemäß dem »Gesetz
zum Vorrang Erneuerbarer Energien« (Erneuerbare-Energien-Gesetz
EEG) eine Vergütung von 9 Cent/kWh, die differenziert nach
der Ertragsstärke der einzelnen Standorte nach frühestens
fünf Jahren auf 6,1 Cent/kWh absinkt. Berücksichtigt man die Kosten
für Betrieb und Wartung der Anlagen, so ist diese Vergütung
eher knapp bemessen, sichert den Windmüllern jedoch den Betrieb ihrer
Anlagen. Die Kosten für den aufgekauften Windstrom sowie eventuelle
Investitionen zum Ausbau ihrer Stromnetze können die Energieversorger
bundesweit auf alle Übertragungsnetzbetreiber umlegen.16, 34, 61 |